Windkraft in Deindrup – Rückblick und Dokumentation

Diese Dokumentation bewahrt die historischen Berichte und Unterlagen zur Diskussion über Windkraftanlagen in Deindrup aus den Jahren 2006 bis 2015. Die damaligen Texte geben den jeweiligen Kenntnisstand und die Sichtweisen ihrer Verfasser wieder.

Die einzelnen Abschnitte lassen sich durch Anklicken öffnen und wieder schließen.

1. Anwohner starten Aktion gegen Windkraftanlagen

Vechta plant mit fünf Flächen für Windkraft. Anwohner starten erneut eine Unterschriftenaktion gegen die Errichtung einer Windkraftanlage in Deindrup.

2. Stadt Vechta will steuern

Die Stadt will den Bau der privilegierten Anlagen steuern

3. OV titelt: Keine Windkraft

Windanlagen in Deindrup werden nicht gebaut! So titelte die Oldenburgische Volkszeitung.

Es war geplant, in Deindrup 2 Windkraftanlagen mit einer Höhe von rund 150 Meter zu errichten. Auch Dank der Initiale Deindruper Bürger kam es schließlich zu keiner Genehmigung dieses Projektes. Die Stadt Vechta verweigert eine Zusage und verweist darauf, das am Visbeker Damm ein Sondergebiet für Windkraftanlage besteht.

4. Infoveranstaltung mit H. Kurzbach

Windkraftanlage

Informationsveranstaltung „Windpark Strohe GmbH“ Am 22.05.2008 bei Borgerding-Frye.

Die Betreiber der Windpark Strohe GmbH, Josef Ellers und Werner Thöle hatten die betroffenen Anwohner und die Gemeindevertreter zu dieser Info.- Veranstaltung eingeladen.

Die direkt im Sichtbereich der Windkrafträder gelegenen hauptsächlich betroffenen Anwohner, hatten in einer Blitzaktion ein Rundschreiben verfasst, das an alle Haushalte in Deindrup verteilt wurde. Die Resonanz darauf war, dass ca. 60-70 „Deindruper“ im Saal Platz nahmen, um sich die Ausführungen des Vertreters des Windkraftanlagenbauers Enercon anzuhören. Herr Dipl. Ing. Wolfgang Lübbe erklärte, unterstützt durch eine Beamer-Präsentation, die technischen Details der Windkrafträder sowie den Schattenwurf und die Geräuschemissionen. Bei der visuellen Darstellung des Planes waren dann auf einmal drei Anlagen zu sehen, was die emotionsgeladene Stimmung der betroffenen Anwohner die bislang immer nur von zwei geplanten Windkrafträdern ausgegangen waren, noch steigerte.

Daraufhin entwickelte sich eine lebhafte Diskussion die verständlicherweise auch in verbalen Attacken gegen den Vertreter der Firma Enercon mündeten. Die Fragen zur drastischen Verschlechterung der Wohn- und Lebensqualität, unter Einbeziehung von gesundheitlichen Gesichtspunkten sowie zum Wertverlust von Gebäuden und Grundstücken konnte der Vertreter der Fa. Enercon natürlich nicht beantworten. Aber auch die schon genannten Betreiber machten überhaupt keine Anstalten sich zu diesen Fragen zu äußern. Zum Ende der Veranstaltung stellte sich Josef Ellers noch für Fragen zur Verfügung. Auf die Frage warum nicht schon wesentlich früher, nämlich vor Beginn der Planungen, mit den betroffenen Anwohnern Gespräche geführt wurden antwortete J. Ellers mit den Worten: „Das ist doch heute ein Anfang“. Das sah ein Vertreter des Ortsrates ganz anders und wies darauf hin dass die Beantragung zum Bau der Windkrafträder auch noch mit falschen Einverständniserklärungen abgegeben wurde.

Als Fazit dieser Veranstaltung kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass hier nicht nur die direkt betroffenen Anwohner, sondern alle auf dieser Versammlung anwesenden „Deindruper“ GEGEN die Errichtung dieser Natur- und Landschaftsverschandelnden Windkrafträder in Deindrup sind.

Hartmut Kurzbach

5. Rundbrief

Rundbrief vom 18.05.2008

Kein Windpark in Deindrup!

Zum Sachverhalt: Seit Jahren versuchen zwei private Investoren die Genehmigung für den Bau von Windkrafträdern in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Siedlung Neustadt mit Gewalt bei höheren Stellen, unter Umgehung die Bürger davon in Kenntnis zusetzen, durchzuboxen. Durch Zufall haben die Anlieger der Neustadt vor ca. acht Monaten davon erfahren. Dann tauchte beim Ortsrat eine manipulierte Unterschriftenliste auf, in der behauptet wurde, alle Anlieger hätten nichts dagegen oder seien einverstanden. Auch von dieser Liste haben wir Anlieger nur durch Zufall erfahren. Die dann unsererseits kurzfristig durchgeführte Unterschriftenaktion zeigt eine ganz andere Dorfmeinung. Innerhalb kürzester Zeit haben 48 Deindruper Bürgerinnen und Bürger ihre ablehnende Haltung zu diesem Großprojekt zum Ausdruck gebracht. Aus Gründen dieser Widersprüche hat der Ortsrat die Entscheidung vertagt, mit der Bitte an die Investoren, die Angelegenheit in Ruhe mit den Anliegern einvernehmlich zu klären. Soviel zum Sachstand.

Die Anwohner Neustadts erhielten nun dieser Tage eine Einladung des Windpark Strohe zu einer Informationsveranstaltung am 22.05.2008 um 19.00 Uhr in der Gaststätte Borgerding-Frye in Langförden. Während dieser Veranstaltung soll uns das Windparkprojekt vorgestellt werden. Diese Einladung vermittelt uns den Eindruck, dass der Bau dieser Windräder beschlossene Sache ist und auch realisiert wird. Sieht so eine Suche nach einer einvernehmlichen Klärung aus?

Wir glauben dies nicht! Von keinem der Investoren kam eine Entschuldigung oder Klarstellung zu den im Vorfeld geäußerten falschen Behauptungen oder zu der falschen Unterschriftenliste.

Wir werden zu dieser Veranstaltung gehen, obwohl wir uns darüber im Klaren sind, da gibt es nichts schön zureden. Wir sind und bleiben gegen den Bau von Windkraftanlagen in der Bauernschaft Deindrup.

Durch dieses Projekt wird das Landschaftsbild und der dörfliche Charakter Deindrups nachhaltig beeinträchtigt. Eine Zersiedelung der Landschaft, die nicht mehr reparabel ist, wird vorgenommen. Wollen wir das wirklich? Können wir diese Verschandelung der Natur unseren Kindern gegenüber wirklich vertreten? Wir glauben nicht!

Warum nutzen die Investoren nicht die vom Rat der Stadt Vechta ausgewiesenen Flächen in Bergstrup? Hier sollen nach dem Willen des Rates der Stadt Vechta Windkraftanlagen erstellt werden können. Damit wollte man dem Wildwuchs von solchen Anlagen Einhalt gebieten. Eine weise Entscheidung des Rates. Doch wir Bürger von Deindrup fragen uns jetzt, ob sich der Rat auch an seine eigenen Entschlüsse gebunden fühlt. Denn wir Direktbetroffenen wollen diese Anlagen nicht in Deindrup. Und Direktbetroffene sind nicht nur die Anwohner von Neustadt, sondern alle Deindruper Einwohner.

Daher unsere Bitte an euch:
Kommt am Donnerstag, den 22. Mai 2008, um 19.00 Uhr zu dieser Infoveranstaltung bei Borgerding- Frye. Wir treffen uns um 18.50 Uhr vor dem Lokal und gehen dann gemeinsam in den Veranstaltungsraum. Zeigt durch eure Teilnahme, dass ganz Deindrup gegen den Bau dieser Anlagen ist.

Unterstützung für die Neustädter ist Dorfsache. Verleiht eurer Stimme verstärkt Nachdruck durch eine Teilnahme, auch wenn die Investoren nicht alle Deindruper hier sehen möchten. Wir können nicht zulassen, dass einzelne Investoren für ihre ureigenen Interessen aus Profitgier unser Dorfbild und unseren Landschaft unwiderruflich zersiedeln und zerstören.

Wir alle tragen heute die Verantwortung, dass unsere Kinder auch morgen noch die Möglichkeit haben, Natur pur zu erleben!

6. Standortskizze

Standortskizze

Historische Standortskizze der geplanten Windkraftanlagen in Deindrup
7. Fotomontage Windkrafträder

Fotomontage - Windkrafträder

Historische Fotomontage der geplanten Windkraftanlagen bei Neustadt in Deindrup
8. Ortsrat vertagt Entscheidung

Ortsrat vertagt Entscheidung

9. Bericht R. Bothe

Die "Windpark Strohe GmbH" möchte auf dem Feld von Josef Ellers, Strohe in der Nähe der Autobahn 2 oder 3 Windkrafträder aufstellen. Hierzu ist die Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich. Dieses Änderungsantrag war u. a. ein Tagesordnungspunkt auf der Ortsratsversammlung im Saale Borgerding. Politiker und Verwaltung waren davon ausgegangen, dass die Anlieger mit dem Bau dieser Windkraftanlage einverstanden sind. Ein entsprechendes Schreiben des Antragstellers liegt der Verwaltung vor. Die mittlerweile allen Entscheidungsträgern vorliegenden Unterschriftenliste von den direkt betroffenen Anwohnern zeigt jedoch eindeutig das Gegenteil. Auch wenn diese Liste von Günther Nyhuis in der Ortsratsitzung angezweifelt wurde, vertagte der Ortsrat jedoch an Hand dieser widersprüchlichen Aussagen die Entscheidung. Vielleicht sollten sich die Ortsratsmitglieder doch einfach mal mit den Anwohnern in Verbindung zu setzen, um sich ein objektives Urteil zu bilden. Fast alle Stroher Haushalte waren im Saale Borgerding-Frye vertreten und bestätigen sicherlich auch die Seriösität der Unterschriftenliste. Für den "normalen" Bürger ist es schon manchmal unverständlich, wie Entscheidungen der Verwaltung auf den Weg gebracht werden. Es sicherlich dem raschen und energischem Einsatz von Alfons Gerken zu verdanken, dass man sich noch einmal "Gedanken" über die Errichtung dieser Anlage mit sicherlich starken Belastungen der Anwohner machen kann. Wir werden die weitere Vorgehensweise auch zukünftig mit großem Interesse verfolgen.

Reinhold Bothe

10. Windkraft am Stroher Damm?

Windkraftanlage am Stroher Damm?